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Eingestellt am: 09.05.2012

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Tansania-Tagebuch 2011: 15. Oktober

Einblicke: Bau eines Diakonie-Hauses und tansanischer Schulalltag

Dorfstraße von Magoye. Foto: Voß
Dorfstraße von Magoye. Foto: Voß

Von Pastor Hans Kilian und Nicole Kilian.

Heute bleibt etwas mehr Zeit zum Ausschlafen. Nach dem Frühstück um 8.00 Uhr besuchen Rektor Dr. Hans-Michael Kiefmann und Sigrid Kiefmann, Dr. Kai Voß und Petra Kitzmann-Voß, Humboldt-Schule Kiel, sowie Pastor Hans Kilian und Nicole Kilian die Primary School in Magoye, um sich zu verabschieden und eine Spende des Kirchenkreises Ostholstein für die Renovierung der Toiletten in der Schule zu überreichen.

Fenster der Aula "Voß-Hall" erneuert

Wie immer werden wir sehr herzlich von Rektor Joachim Aaroni Siwingwa und zwei Vertretern des Elternbeirats der Schule begrüßt. Zu unserer Freude hat der Rektor in der Zwischenzeit schon die Fenster der "Voß-Hall" genannten Aula erneuern lassen. Nachdem unsere Gastgeber dem Ehepaar Kiefmann Geschenke für die Partner in Deutschland, verbunden mit einem Dank für die Partnerschaft, übergeben haben, verabschieden wir uns mit allen guten Wünschen.

Viele Spenden aus Ostholstein und selbstgebrannte Ziegel

Ziegel werden für ein Waisenprojekt in Matamba geformt und für den Brand vorbereitet. Foto: Voß
Ziegel werden für ein Waisenprojekt in Matamba geformt. Foto: Voß

Um zehn Uhr geht es weiter mit dem Landcruiser in zwei Etappen nach Mahanji. Die Gemeinde gehörte früher zu Matamba und ist inzwischen eine selbständige Kirchengemeinde geworden. Für die Gemeindearbeit hat sie sich entschlossen, ein Diakonie-Haus zu bauen.

Hausbau nach tansanischer Art

Wir sind erstaunt über das für die kleine Gemeinde doch recht große Haus und freuen uns über das Engagement vieler Gemeindemitglieder, die auch an diesem Tag mit dem Herstellen und Brennen der vielen Ziegel beschäftigt sind. Bevor die Feier losgeht, können wir uns auf daher einen guten Überblick darüber verschaffen, wie auf diese Weise in Tansania Häuser dieser Größenordnung gebaut werden.

Neustadt i.H. und Stockelsdorf unterstützen Bauprojekt für Diakonie

Die ersten Mauern bis zu Höhe der Fenster stehen schon. Nun wird durch den stellvertretenden Bischof Ngavo aus Magoye, den Propst Ngogo aus Matamba und Pastor Tim Voss, hier auch Propst, im Beisein vieler Gäste aus der Gemeinde und unserer Gruppe aus Deutschland feierlich der Grundstein gelegt. Zur Unterstützung des Bauvorhabens sind bis zu diesem Zeitpunkt schon manche Spenden aus der ostholsteinischen Partnerkirchengemeinde Neustadt in Holstein eingegangen.

Der gemeinsame Abschluss findet in der Kirche statt. Es wird noch einmal herzlich für die große Freundschaft zwischen der Süd-West-Diözese und dem Kirchenkreis Ostholstein gedankt. Geschenke werden einander überreicht, darunter großzügige Spenden aus den Kirchengemeinden Neustadt in Holstein und Stockelsdorf. Für Jutta Kramer gibt es ein Kleid, für Jörg Henkel ein Hemd und für uns alle Körbe. Abschluss der Grundsteinlegung ist ein schönes Mittagessen mit Cola, Fanta und Wasser.

Klassen mit 70 Schülern und eigene Schul-Kühe

Kirchenamt in Magoye. Foto: Voß
Kirchenamt in Magoye. Foto: Voß

Von Mahanji geht es zurück Richtung Magoye zur Itamba-Secondary-School. Da wir nicht alle in einen Wagen passen, besuchen noch einige Mitglieder aus unserer Gruppe die Primary-School in Mahanji. Um 14.30 Uhr werden wir alle zusammen herzlich von dem Rektor der Secondary-School und dem Kollegium in Itamba begrüßt. Da wir gerade noch gegessen haben, bedanken wir uns herzlich für die Einladung zu einem Essen und wünschen den Lehrern einen guten Appetit.

Eine Vorstellung aller Lehrer mit ihren jeweiligen Fächern und eine kurze Vorstellung unserer Gruppe schließt sich an, bevor der Rektor in einem Vortrag die Schule vorstellt. Auf einem ausführlichen Rundgang können wir uns ein intensives Bild der Schule machen und viele Fragen mit dem Rektor und den Lehren in kleinen Gesprächen klären.

Feste Zeiten für Schulbuchnutzung: Jungen und Mädchen getrennt

Für uns ist es sehr erstaunlich, dass in allen Fächern Englisch die Unterrichtssprache ist, das die meisten Klassen rund 70 Schüler haben. Schulbücher können nur zu bestimmten Zeiten eingesehen werden, wobei ein genauer Plan an der Tür hängt, wann die Zeiten für Mädchen und wann die Zeiten für Jungen sind.

Viele Schüler sind in einem Internat auf dem Gelände untergebracht. Die Schule hat eine Küche - gekocht wird mit Holz bei starker Rauchentwicklung - und sogar eigene Kühe. Auf der einen Seite der Schule sind die Mädchen, auf der anderen Seite die Jungen untergebracht. Gegen Abend wird auf der nahegelegenen Wiese oft Fußball gespielt. Der Schulbesuch ist kostenpflichtig, den Besuch der Schule für ihre Kinder können sich nicht viele Eltern leisten.

Gegen 16.15 Uhr gehen beziehungsweise fahren wir zurück nach Magoye. Zum Abendessen sind wir mit allen Mitgliedern unserer Gruppe, die zur Zeit in Magoye sind, beim stellvertretenden Bischof Ngavo herzlich eingeladen.