Nachrichten

20 Jahre Partnerschaft
Eingestellt am: 09.05.2012

mehr...

alle anzeigen

Spendenprojekte

Eutiner Bibelgesellschaft e.V.

mehr...

Tansania-Tagebuch 2011: 11. Oktober

Schule und Kindergarten: Blick in eine andere Welt

Kinder in Inyala, Region Magoye. Foto: Voß
Kinder in Inyala, Region Magoye. Foto: Voß

8.00 Uhr
Frühstück wie immer, dazu Rührei und Maandasi, krapfenartige Brötchen und Erdnussbutter.

Besuch in der Primary School in Magoye

9.15 Uhr
Sigrid und Hans-Michael Kiefmann besuchen noch einmal die Primary School in Magoye. Sie werden vom Schulleiter empfangen und überreichen ihm Geld für die Reparatur der zerbrochen Scheiben in den Aulafenstern und für die Anschaffung von Unterrichtsmaterial.

Sie besuchen Geographie-Unterricht der 6. Klasse zum Thema Längenkreise, dabei assistieren sie dem Lehrer. Während der folgenden Pause werden die Kinder mit kleinen Geschenken erfreut. Die Lehrer zügeln die Freude der Kinder mit großer Strenge.

Aula-Stühle und Stromanschluss mit Spenden finanziert

Dann zeigt der Schulleiter die Einrichtungen [Aulastühle und ein Stromanschluss], die von der letzten Spende der Kieler Humboldt-Schule angeschafft werden konnten. Er zeigt auch die von der Regierung errichteten Toiletten-Neubauten, die jedoch, fast fertig, wegen Geldmangels nicht gebrauchsfähig vollendet werden konnten.

Kein Mittag, keine Toiletten, fast keine Schulbücher

Abschließend werden im Kreise des gesamten Kollegiums Tee, Maisfladen und gebratene Hühnchenteile angeboten und verzehrt. Folgende Probleme der Schule in Magoye werden dabei benannt und besprochen:

  • keine Schulbücher [drei bis fünf Exemplare je Klasse mit 30 - 40 Schülern]
  • Lehrer-Mangel allgemein
  • struktureller Fächer-Mangel
  • Schwangerschaften bei Mädchen ab zehn Jahren
  • völliges Fehlen von Lern- und Lehrmitteln wie Landkarten, Kopierer, Computer und Schreibpapier
  • Mittagessen in der Schule: noch gehen die Kinder mittags nach Hause, um von den Eltern versorgt zu werden. Dies ist jedoch unzureichend oder fällt ganz aus bei Waisen und in sehr armen Familien. Ab November 2011 soll das Mittagessen [Mais] für alle Schüler von der Regierung kommen. Die Eltern sollen die Speise in der Schule zubereiten. Der Schulleiter bezweifelt den Erfolg dieser Maßnahme, da es vermutlich wieder an Geld seitens der Regierung fehlen wird, auch stellt er die Möglichkeiten und Bereitschaft der Eltern in Frage, die notwendigen Küchendienste zu leisten.

Lehrer würden gern Schule in Deutschland kennenlernen

Die Lehrer würden gerne eine Schule in Deutschland besuchen, um dort das Schulsystem und die Unterrichtsmethoden kennenzulernen.

Die Verabschiedung ist sehr herzlich und geprägt von gegenseitigem Respekt und Dankbarkeit.

Ein Kindergarten wird eingeweiht…

Auch in Mpangala wurde ein Kindergarten mit Hilfe aus Ostholstein errichtet. Foto: Voß
Auch in Mpangala wurde ein Kindergarten mit Hilfe aus Ostholstein errichtet. Foto: Voß

Wir anderen fahren zur Einweihung des Kindergartens nach Ikungula, einem in den Bergen gelegenen Teil von Magoye. Dort begrüßen uns die 35 Kindergartenkinder des nach W. Ibsen benannten Kindergartens mit fröhlichen, rhythmischen tansanischen Liedern auf der Grünfläche vor dem Haus.

Schulbänke und Schiefertafel statt Spiel- und Kuschelecke

Betreut werden die Kinder von drei ehrenamtlichen weiblichen Mitarbeiterinnen. Sie zeigen uns ihren Kindergarten von innen. Ich bin überrascht von der Einrichtung - Schulbänke und Schiefertafel erwecken den Eindruck einer Vorschule. Spielecke, Kuschelecke und Kindergartengruppentische fehlen. Die Kinder erhalten täglich eine Mahlzeit im Kindergarten - eine Schale Maisbrei. Dafür werden wöchentlich ein bis zwei 20 Liter Eimer Maismehl benötigt.

Gruß aus Partnergemeinde Schönwalde am Bungsberg - weitere Unterstützung angeboten

Dieter Achtenberg aus Schönwalde bedankt sich für den freundlichen Empfang, erinnert an Herrn W. Ibsen, der 2007 den Grundstein für diesen Kindergarten gelegt hat, und bietet von der Kirchengemeinde Schönwalde weitere Unterstützung für Ikungula an.

Die rot-, blau- und weißgekleideten Kinder zeigen uns ihr Können mit dem Springseil. Der Evangelist und die Kirchenvorsteher bedanken sich mit einem typischen tansanischen Frühstück, Maandasi und gesüßtem Tee mit Milch.

Besuch bei Handwerkern und Landwirten

Zurück geht es mit dem Geländewagen des stellvertretenden Bischofs Ngavo, der uns begleitet, nach Magoye. Dort angekommen besichtigen wir eine kleine Tischlerei im Dorf, eine Maismühle, einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, der eine Rinderzucht mit zwei Kühen betreibt.

Aufforstungsprogramm der Diözese erweckt Staunen

Auf dem Fußwege zum Missionshaus bestaunen wir das Aufforstungsprogramm der Diözese. Es werden 1.000 Bäume pro Hektar benötigt. Die dafür erforderlichen Pinien werden dort groß gezogen und anschließend für 100 tansanische Schillinge pro Baum verkauft.

Handarbeitsclub "Flinke Nadel" näht am Abend auf der Terrasse

Am Nachmittag verwöhnt uns die Sonne, die zu weiteren Spaziergängen in die nähere Umgebung einlädt. Auf der Terrasse fertigt der spontan ins Leben gerufenen Handarbeitsclub "Flinke Nadel" Pompons, Mützen, Röcke und Westen. Gelassenheit und Fröhlichkeit bestimmen den Tag. Der Abend klingt beim Spielen und vielen Gesprächen aus.