Schule und Kindergarten: Blick in eine andere Welt
 Kinder in Inyala, Region Magoye. Foto: Voß
8.00 Uhr Frühstück wie immer, dazu Rührei und Maandasi, krapfenartige Brötchen und
Erdnussbutter.
Besuch in der Primary
School in Magoye
9.15 Uhr Sigrid und Hans-Michael Kiefmann besuchen noch einmal die Primary School in
Magoye. Sie werden vom Schulleiter empfangen und überreichen ihm Geld für die
Reparatur der zerbrochen Scheiben in den Aulafenstern und für die Anschaffung
von Unterrichtsmaterial.
Sie besuchen Geographie-Unterricht der 6. Klasse zum Thema
Längenkreise, dabei assistieren sie dem Lehrer. Während der folgenden Pause
werden die Kinder mit kleinen Geschenken erfreut. Die Lehrer zügeln die Freude
der Kinder mit großer Strenge.
Aula-Stühle und Stromanschluss
mit Spenden finanziert
Dann zeigt der Schulleiter die Einrichtungen [Aulastühle und
ein Stromanschluss], die von der letzten Spende der Kieler Humboldt-Schule
angeschafft werden konnten. Er zeigt auch die von der Regierung errichteten
Toiletten-Neubauten, die jedoch, fast fertig, wegen Geldmangels nicht
gebrauchsfähig vollendet werden konnten.
Kein Mittag, keine
Toiletten, fast keine Schulbücher
Abschließend werden im Kreise des gesamten Kollegiums Tee,
Maisfladen und gebratene Hühnchenteile angeboten und verzehrt. Folgende Probleme
der Schule in Magoye werden dabei benannt und besprochen:
- keine Schulbücher [drei bis fünf Exemplare je Klasse mit 30 -
40 Schülern]
- Lehrer-Mangel allgemein
- struktureller Fächer-Mangel
- Schwangerschaften bei Mädchen ab zehn Jahren
- völliges Fehlen von Lern- und Lehrmitteln wie Landkarten,
Kopierer, Computer und Schreibpapier
- Mittagessen in der Schule: noch gehen die Kinder mittags
nach Hause, um von den Eltern versorgt zu werden. Dies ist jedoch unzureichend
oder fällt ganz aus bei Waisen und in sehr armen Familien. Ab November 2011
soll das Mittagessen [Mais] für alle Schüler von der Regierung kommen. Die
Eltern sollen die Speise in der Schule zubereiten. Der Schulleiter bezweifelt
den Erfolg dieser Maßnahme, da es vermutlich wieder an Geld seitens der
Regierung fehlen wird, auch stellt er die Möglichkeiten und Bereitschaft der
Eltern in Frage, die notwendigen Küchendienste zu leisten.
Lehrer würden gern Schule
in Deutschland kennenlernen
Die Lehrer würden gerne eine Schule in Deutschland besuchen,
um dort das Schulsystem und die Unterrichtsmethoden kennenzulernen.
Die Verabschiedung ist sehr herzlich und geprägt von
gegenseitigem Respekt und Dankbarkeit.
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