Patientenverfügung
Der letzten Lebensphase ihre eigene Würde erhaltenDie fortschreitende Ausweitung der medizinischen Möglichkeiten wirft zunehmend Fragen auf, die sich früher so nicht gestellt haben: Ist die Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Lebenserhaltung in jeder Lebensphase gleichermaßen geboten? Oder sollen wir darauf verzichten, wenn die beabsichtigte Lebensverlängerung zu einer belastenden Sterbeverlängerung zu führen droht oder bereits geführt hat? Was ist besser: in der vertrauten Umgebung zu sterben, auch wenn dadurch nicht alle technisch-medizinischen Möglichkeiten jederzeit verfügbar sind und eine Lebensverkürzung die Folge sein kann, oder auf der Intensivstation so lange wie möglich zu leben? Solche Fragen lassen sich nicht immer generell beantworten. Dies mahnt auch zur Vorsicht, im Einzelfall nur eine einzige Handlungsweise als christlich geboten anzusehen. Letztlich muss die Entscheidung aus der konkreten Lage des sterbenden Menschen heraus, von seinen Bedürfnissen her und in Übereinstimmung mit seinen Wünschen und Vorstellungen getroffen werden. Manchmal muss man erleben, wie jemand am Leben erhalten wird, der doch vielleicht besser friedlich sterben sollte. Wenn Sie für sich selbst Vorsorge treffen wollen, dass bestimmte lebenserhaltende Maßnahmen nicht unternommen werden, dann sollten Sie dies mit Ihrem Hausarzt besprechen. Die Hausärzte halten auch Formulare für eine so genannte "Patientenverfügung" bereit, mit der Sie festlegen können, welche Maßnahmen Sie für sich in so einem Fall wünschen und welche nicht. Christliche Patientenvorsorge Auch die Evangelische Kirche in Deutschland [EKD] bietet gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirche in Verbindung mit den weiteren Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland [ACK] unter dem Stichwort "Christliche Patientenvorsorge" eine "Christliche Patientenverfügung mit Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung" an. Diese Patientenverfügung können Sie mit dem Hausarzt ausfüllen und auch bei ihm hinterlegen, denn bei einer Aufnahme in die Intensivstation eines Krankenhauses nehmen die Ärzte dort und der Hausarzt meist Kontakt miteinander auf. EKD, Pastor Tim Voß, Hansühn, Pressestelle KK-OH |



