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Rettende und Helfende kommen in Süsel zusammen

„Blaulichtfamilie“ feiert Gottesdienst

04.10.2019 | Es war ein Familiengottesdienst der besonderen Art: Neben dem
altgedienten Kameraden aus der Ehrenabteilung saß ein Mädchen der
Jugendfeuerwehr und neben der Polizistin in ihrer dunklen Uniform leuchtete
neon-orange eine Gruppe in Rettungsdienst-Jacken. Wie alle zwei Jahre fand am
vergangenen Montag in Süsel wieder der ökumenische „Gottesdienst für
Rettende und Helfende“ statt, den Kirchengemeinde und Kirchenkreis
gemeinsam mit einem Vorbereitungsteam organisierten.
Im Kirchenportal blinkte das Blaulicht zur Begrüßung und Modelle von
Einsatzfahrzeugen schmückten die gefüllten Kirchenbänke – alles vorbereitet von
Silke Rüting, die nicht nur in der Süseler Kirchengemeinde als Küsterin die
Gottesdienste begleitet, sondern auch selbst aktiv in der Feuerwehr tätig ist.
Zu helfen, zu retten, das sei das Herz des Auftrags, dem die Mitglieder der
„Blaulichtfamilie“ sich verschrieben hätten, sagte Pastor Christopher Noll in seiner
Predigt. Der 50-jährige Notfallseelsorger des Kirchenkreises Ostholstein sprach
auch von den Erfahrungen, wenn Hilfe nicht mehr möglich sei. Er ergänzte sehr
persönlich: „Ein Satz, der mich das aushalten lässt, ist das Bibelwort ‚Gott kennt
dich beim Namen‘.“
Im Gottesdienst gab es auch eine Zeit der Besinnung, um Kerzen anzuzünden.
Über 80 Kerzen brannten schließlich in einem kreuzförmigen Sandbett im
Altarraum als Zeichen der Hoffnung.
Nur eine Sache fehlte – allerdings absichtlich: der Klingelbeutel. Das Sammeln
einer Kollekte sei natürlich eine wichtige christliche Tradition, so Hausherr Pastor
Matthias Hieber, der selbst ehrenamtlich als Feuerwehr- und Notfallseelsorger
tätig ist. Trotzdem, so Hieber, sei im Vorbereitungsteam sehr schnell klar
gewesen, in diesem Gottesdienst auf eine Spendensammlung zu verzichten:
„Denn wir wollen denen Gutes zu tun, die anderen in Not zu Hilfe kommen“.
Auch am Tresen der DRK-Bereitschaft spielte Geld keine Rolle: Nach dem
Gottesdienst sorgten die Süseler Rotkreuzler für heiße Grillwürstchen und
Getränke. Nur zwei kleine Spendendosen standen dafür auf dem Tisch. Dazu
Bereitschaftsleiter Robin Cyriacks: „An so einem Tag reicht es völlig aus, wenn
wir die Unkosten wieder reinbekommen.“