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Kirchengemeinden Hansühn und Hohenstein

Den Aufbruch gestalten - Neuer Pastor für Hansühn und Hohenstein

04.03.2019 | Pastor Jochen Müller-Busse ist künftig für die Kirchengemeinden Hansühn und Hohenstein zuständig
Hansühn/Hohenstein. Es ist keine leichte Aufgabe, die Pastor Jochen Müller-Busse Anfang Februar übernommen hat.

Pastor Jochen Müller Busse
Pastor Jochen Müller Busse

Als Pastor der „Ersten Pfarrstelle für Dienstleistungen mit besonderem Auftrag“, wie die Stelle etwas umständlich heißt, wird er in den kommenden fünf Jahren die Kirchengemeinden Hansühn und Hohenstein pfarramtlich begleiten, deren Pastor Tim Voß im vergangenen Jahr überraschend verstorben war. „Hier den Dienst zu übernehmen ist keine leichte Aufgabe, doch es ist eine Chance für die Gemeinden, dass nach den Erschütterungen nun erst mal für fünf Jahre mit einem erfahrenen Pastor Ruhe einkehren kann“, sagte Propst Dirk Süssenbach kürzlich beim Einführungsgottesdienst des Kirchenkreises in Eutin.

Und tatsächlich: „Was ich stark merke, das ist die Trauer der Menschen, häufig verbunden mit dem Gefühl des Verlassenseins“, sagt Jochen Müller-Busse, der seine Stärke in der Seelsorge sieht. „Menschen in ihrer Trauer zu begleiten und mit ihnen Möglichkeiten für neue Wege zu suchen, ist mir ein Herzensanliegen.“ Müller-Busse freut sich darauf, da er die Gemeinden Hansühn und Hohenstein in ihrer Verschiedenheit als sehr passend für sich erlebt. Kirchenmitglieder sowie Vertreter von Institutionen und Verbänden hatten ihn dort sehr herzlich empfangen. „Ich habe das als wohltuend und stärkend empfunden“, so Müller-Busse.

Der gebürtige Hannoveraner kam gemeinsam mit seiner Frau Luise Müller-Busse, die seit kurzem als Krankenhausseelsorgerin an der AMEOS-Klinik in Heiligenhafen tätig ist, aus Vorpommern nach Ostholstein. In der Propstei Stralsund hatte er in den vergangenen vier Jahre eine Vertretungspfarrstelle inne. Er habe dort viel von verschiedenen Gemeinden gelernt und überhaupt vom kirchlichen Leben in Vorpommern, das sich in mancher Hinsicht von dem im Westen unterscheidet, sagt der Pastor.

Aufgewachsen in Boostedt und Neumünster studierte er in Kiel und Göttingen und verbrachte seine Vikariatsjahre in Eckernförde. Mit seiner Frau teilte er sich in den 1990er Jahren die erste gemeinsame Pastorenstelle, bei der das Paar für die deutsche Minderheit in Dänemark zuständig war. In Feldstedt zwischen Apenrade und Sonderborg blieben sie acht Jahre. Zu Beginn des neuen Jahrtausends zogen sie dann mit ihren zwei Kindern nach Trappenkamp, wo Müller-Busse die dortige Pfarrstelle übernahm. Die Arbeit hier war geprägt durch einen intensiven ökumenischen Dialog, besonders mit Katholiken, aber auch mit Muslimen und Juden. Ein bisschen davon hat der Theologe für sein eigenes Glaubensleben mitgenommen; Neben einer Weiterbildung für Exerzitien im Alltag (das sind geistliche Übungen für den Alltag) sind es vor allem gelegentliche Einkehrtage und Auszeiten, die das Ehepaar Müller-Busse gerne in katholischen Klöstern verbringt.

Zum Einführungsgottesdienst in Eutin waren kürzlich auch die Pastoren Jörg Reimann und der jüngst erst eingesegnete Hans Hillmann aus Lensahn gekommen ebenso wie Dr. Arnd Heling aus Schönwalde. Mit ihnen will Jochen Müller-Busse die Zusammenarbeit verstärken und Synergieeffekte nutzen. Die beiden Gemeinden Hansühn und Hohenstein, sie stehen nach einem großen Verlust auch vor einem Aufbruch. Pastor Jochen Müller-Busse will ihn mit den Menschen gestalten.
 
Das Foto zeigt Pastor Jochen Müller-Busse am Rande des Einführungsgottesdienstes in Eutin.
Foto: Heinen/KKOH