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Kirchengemeinde Oldenburg in Holstein

Eine neue Orgel für Nordeuropas älteste Backsteinkirche

06.12.2018 | Oldenburg in Holstein. Mit einem Festgottesdienst ist am ersten Advent in der St. Johannis Kirche in Oldenburg eine neue Orgel eingeweiht worden. Das von der im sächsischen Bautzen ansässigen Firma Hermann Eule Orgelbau hergestellte Instrument mit 29 Registern ersetzt eine alte Marcussen-Orgel von 1867, die im Zuge eines mangelhaften Umbaus in den 1950er-Jahren erheblich an musikalischer Qualität eingebüßt hatte und außerdem Schimmelbefall aufwies.

Die neue Orgel in Oldenburg in Holstein
Die neue Orgel in Oldenburg in Holstein
Matthias Voget an der neuen Orgel
Matthias Voget an der neuen Orgel © Marco Heinen
Orgelweihe in Oldenburg in Holstein
Orgelweihe in Oldenburg in Holstein © Marco Heinen
Festgottesdienst für die neue Orgel mit Propst Dirk Süssenbach
Festgottesdienst für die neue Orgel mit Propst Dirk Süssenbach © Marco Heinen
Die neue Orgel in Oldenburg in Holstein
Die neue Orgel in Oldenburg in Holstein

Die Kirchengemeinde investierte 535.000 Euro in den Bau des neuen Instruments, wobei über einen privaten 

Orgelbauverein Spenden von Privatleuten und Firmen in Höhe von 125.000 Euro eingeworben werden konnten. Auch der Evangelische Kirchenkreis Ostholstein beteiligte sich an der Finanzierung, damit in der wohl ältesten Backsteinkirche Nordeuropas – die aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt – ein neues, standesgemäßes Instrument erklingen kann. 

Propst Dirk Süssenbach dankte in seiner Predigt am Sonntagmorgen allen Spendern, die durch ihre großzügige Unterstützung die Anschaffung der neuen Orgel mit ermöglicht haben. „Mit ihren Pfeifen ist die Orgel ein schönes Sinnbild für die christliche Gemeinde und die weltweite Christenheit“, so der Oldenburger Propst. Je nach Beschaffenheit und Größte variiere der Klang der Pfeifen, von denen manche gut zu sehen seien, während andere in zweiter oder dritter Reihe stünden. Doch jede einzelne Orgelpfeife sei unverzichtbar für den Gesamtklang. Damit biete die Orgel „ein Bild der Einheit in der Vielfalt – der gelebten Ökumene in der weltweiten Christenheit – aber auch der Gemeinde vor Ort“, sagte Süssenbach. 

Zuvor hatte Gemeindepastor Jörn Lauenroth das Instrument geweiht, auf dem Kirchenmusiker Matthias Voget mit Unterstützung von Kantorei und Jugendchor der Gemeinde und des Posaunenchors erste Kostproben zu Gehör brachte.  

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus galt der Dank all jenen, die sich für die neue Orgel eingesetzt hatten. Darunter Hans-Martin Petersen, Orgelsachverständiger der Nordkirche, und der renommierte Oldenburger Architekt Klaus Dörnen, der ehrenamtlich für die Gestaltung des Orgelprospekts verantwortlich zeichnete. Dr. Rolf Olderog, Vorsitzender des Orgelbauvereins, skizzierte noch einmal die wichtigsten Stationen, die dem Vorhaben vorausgegangen waren, angefangen von einem ersten Beschluss des Kirchengemeinderates zum Bau einer Orgel im Jahr 2010 bis zum eigentlichen Startschuss für das Projekt vor fünf Jahren. Umso größer sei jetzt die Freude über die Orgelweihe. Es sei „ein großer und glücklicher Tag für die Oldenburger Kirche“, so Olderog, der sich unter anderem auch bei Oldenburgs Bürgermeister Martin 

Voigt bedankte, der als Erster dem Orgelverein beigetreten war. Für Olderog ist klar: „Es ist die Orgel für alle kommenden Oldenburger Generationen in den nächsten zwei Jahrhunderten.“  Kirchenmusiker Matthias Voget, der als treibende Kraft des Projektes gilt, würdigte insbesondere den Orgelbaumeister und Geschäftsführer der Orgelbaufirma, Dirk Eule und seine Mitarbeitern: „Man hört dem Klang an, wie viel Herzblut sie da reingesteckt haben.“ 

Das erste Bild zeigt die neue Orgel beim Einweihungsgottesdienst, 

das zweite Bild zeigt Matthias Voget am neuen Instrument.