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Synode in Pansdorf

Kirchenkreis-Fusion auf einem gutem Weg: Synodale haben Skepsis weitgehend abgelegt

08.03.2016 | Fast sieben Jahre nach der Zusammenlegung sind die ehemaligen Kirchenkreise Oldenburg und Eutin zusammengewachsen. Das ist das Ergebnis einer Evaluation während der Synoden-Tagung in Pansdorf. Doch die Auswertung zeigt auch, dass es noch Entwicklungs-Potential gibt.

Die Synode in Pansdorf

Pansdorf. Die Kirchenkreissynode hat sich am Montag im Pansdorfer Gemeindehaus mit den strategischen Zielen des Kirchenkreises nach der Fusion beschäftigt. Gut sechs Jahre nach dem Zusammenschluss habe sich die Stimmung im Kirchenkreis deutlich entspannt, berichteten Synodenpräses Dr. Peter Wendt und die Pröpste Peter Barz und Dirk Süssenbach vorher bei einem Pressegespräch. Rückblick: Im Frühjahr 2009 hatte der Zusammenschluss der Kirchenkreise Eutin und Oldenburg zum Kirchenkreis Ostholstein enorme Widerstände hervorgerufen.

Versöhnliche Stimmung durch kommunikativ-partnerschaftlichen Führungsstil der Pröpste

"Eine Fusion ist eigentlich nie abgeschlossen", sagte Wendt. Doch sie sei nun so weit vorangeschritten, dass es sich lohne, zu überprüfen, inwieweit die Ziele erreicht seien, die 2010 erarbeitet und in einem Strukturpapier festgehalten worden sind. Während der Synode wurden Evaluationsbögen verteilt, auf denen die Synodalen bei 14 Punkten ankreuzen sollten, wie sehr auf einer Skala von 1 bis 10 die Fusion ihrer Meinung nach vorangeschritten ist. Propst Peter Barz stufte die innere Fusion des Pröpste-Teams augenzwinkernd auf eine 9,5 - "eine zehn wäre ja vermessen". Die versöhnliche Stimmung sei unter anderem dem "kommunikativ-partnerschaftlichen Führungsstil" der Pröpste zu verdanken, der sich auf den Arbeitsstil der Einrichtungen, Kirchengemeinden und Pastoren ausgewirkt habe, betonte Synodenpräses Wendt. Die Pröpste führten sie selbst auch darauf zurück, dass sie beide erst seit 2014 im Amt sind und daher selbst unvoreingenommen und unvorbelastet von den Kämpfen und Auseinandersetzungen seien. "Das hat die Fusion beflügelt und beschleunigt", sagte Dirk Süssenbach. Eine erfreuliche Entwicklung der Kirchensteuer habe ihr Übriges getan, indem sie Verteilungskämpfe verhindert habe. "Am Ende ist da ja doch viel Gutes dabei rausgekommen", habe ein zunächst sehr kritisch eingestelltes Kirchenkreismitglied zu ihm gesagt.

Langwieriger Prozess des Zusammenraufens

Es sei ein langwieriger Prozess des Zusammenraufens gewesen, betonte Dr. Peter Wendt. Doch inzwischen würden gemeinsam getragene Sachentscheidungen mit deutlichen Mehrheiten in beiden Propsteien getroffen. Es gebe nach wie vor Unterschiede in den Kulturen und Theologien, doch sie stünden miteinander in einem fruchtbaren Austausch. Die Auswertung der Fragebögen, die die 72 anwesenden Synodalen in Kleingruppen bearbeiteten, ergab bei den sechs Fragen der Kategorie "Innere Fusion" einen Mittelwert von 6,1. Die Frage, ob der formalen Fusion auch eine innere Fusion gefolgt sei, die sich durch "Einheit und Vielfalt" auszeichne, erreichte einen Wert von 6,8.

Fusion der Kirchenkreise - eine Narbe, die manchmal noch schmerzt

Propst Peter Barz verglich die alten Grenzen im Kopf mit einer "Narbe, die bei Wetterwechsel manchmal juckt und schmerzt". Es gebe immer wieder Situationen, in denen alte Konflikte noch einmal aufblitzten, doch insgesamt sei der Kirchenkreis auf einem guten Weg, sagte er. Dies spiegele sich auch im Punkt "Die Gemeinden und Einrichtungen der Kirche in Ostholstein begegnen einander mit einer wertschätzenden Achtsamkeit" wider, der eine 7,4 erreichte. Beim zweiten Thema "Kirche entwickeln" ergab sich ein Mittelwert von 5,3. Hier wurde vor allem die Reaktion auf den wirtschaftlichen und demografischen Wandel (5,0) als ausbaufähig eingestuft. In der Diskussion stellte sich heraus, dass insbesondere die Präsenz der Kirchengemeinden im Internet noch verbessert werden könne.

Wichtig, die Ziele noch einmal in Erinnerung zu rufen

In der Diskussion der einzelnen Punkte habe man gemerkt, dass sich aus der Umfrage zwar eine Tendenz ableiten lasse, sagte Pastor Sönke Stein, "doch wir können daraus keine Politik für den Kirchenkreis ableiten, dazu müsste man mehr ins Detail gehen. Man müsse das Ergebnis eingebettet in den noch laufenden Prozess der Fusion betrachten, meldete sich auch Kirchenkreisratsmitglied Matthias Isecke-Vogelsang in der Besprechung der Ergebnisse zu Wort. "Der Wert pendelt sich zwar in der Mitte ein, aber ich vermute, dass die innere Fusion vor drei bis vier Jahren deutlich schlechtere Werte erreicht hätte." Es sei wichtig, sich die Ziele nun noch einmal in Erinnerung zu rufen.

Synode stimmt mit großer Mehrheit für den Bau des Stadtkindergartens

Auch über den Kauf eines Grundstücks von der Kirchengemeinde Eutin am Dr.-Wittern-Gang in Eutin für den Bau des neuen "Stadtkindergartens" (Arbeitstitel) inklusive der Finanzierung wurde entschieden. Dem Vorhaben wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Drei Millionen Euro wird das Projekt kosten. Der Kirchenkreis trägt davon zwei Millionen, die über einen Kredit finanziert werden. Die Stadt Eutin steuert 800 000 Euro bei und die Kirchengemeinde 200 000 Euro. Laut Verwaltungsleiter Werner Koglin beginnt der Bau der neuen Einrichtung für 110 Kinder im Sommer. Der Neubau werde einen moderaten Anstieg der Kita-Gebühren nach sich ziehen. "Eine Sanierung wäre jedoch noch deutlich teurer geworden", betonte Koglin.

Aus zwei Kitas wird eine - neuer Name gesucht

Auch hier birgt die Fusion eine Herausforderung: die Namensfindung für den Neubau, in den die Kinder des Kindergartens am Kamp und des Bischof-Wilhelm-Kieckbusch-Kindergartens gemeinsam einziehen werden. Propst Peter Barz betonte, es gehe bei der Namensfindung darum, einen kindgerechten und zeitgemäßen Namen zu finden, mit dem die Kinder auch etwas anfangen können.

Künftig nur noch 66 Synodale?

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die künftige Zusammensetzung der Kirchenkreissynode, die im nächsten Jahr neu gewählt wird. Momentan besteht sie aus 88 Synodalen. Eine Arbeitsgruppe wird sich mit der Frage beschäftigen, ob die Zahl nach einem gesetzlich vorgegebenen Elferprinzip reduziert werden solle. "Es wäre möglich, auf 77 oder 66 zu verkleinern", sagte Wendt. Dann sei bei logistischen und finanziellen Vorteilen weiterhin gewährleistet, dass alle 36 Kirchengemeinden vertreten sind.