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Kirchengemeinde Lensahn

Mit Angst leben

04.01.2021 | Ein neues Jahr hat begonnen, 2021 Jahre nach Christi Geburt. Die Ängste, die uns alle seit Beginn der Pandemie begleiten, sind geblieben. Langfristig kann die Impfung eine Hoffnung sein, aber das wird sicher noch eine ganze Zeit dauern.

Solange gilt es, vorsichtig zu bleiben und Abstand zu halten.

Wir Menschen sind Herdentiere, wenn ein Individuum Angst hat, sucht es die Nähe von anderen, um den Schutz und den Trost in der Gemeinschaft zu finden. Und gerade das geht jetzt in Zeiten von Corona eben nicht. Da muss Nähe vermieden werden, weil in ihr die krankmachende Gefahr steckt. Aber auch die Angst macht krank, und zwar Körper und Seele. „Angst essen Seele auf“ lautet der Titel eines Filmes über das Leben eines Ausländers in Deutschland von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974. Dieser Ausdruck ist seitdem zu einem geflügelten Wort geworden. Angst verändert einen Menschen, lässt ihn in sich zurückziehen, macht ihn aggressiv oder lässt ihn zu Alkohol oder Drogen greifen.

Jesus ist dagegen ein Angstaufnehmer. Bei seiner Geburt rufen es die Engel vom Himmel: „Fürchtet euch nicht“ und ohne Angst machen sich die Hirten und die Waisen aus dem Morgenland auf. Jesus macht Mut gegen die Angst: „Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Ende“ so wird er am Ende des Matthäusevangeliums zitiert. (Mt 28,20).

Aber wie kann ich persönlich Angst überwinden? Mir hilft dabei ein geregelter Tagesablauf, frische Luft, viel Bewegung, mir vergegenwärtigen, was mir früher schon geholfen hat und die zugesagten Worte von Jesus verinnerlichen im Gebet. „Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner.“ Jeweils mit drei verlangsamtem Atemzügen. Ich glaube, so viel wie in den letzten Monaten habe ich noch nie gebetet. Und ich finde es genau richtig, wenn wir Gott mit unseren Bitten in den Ohren liegen. 

Wort zum Sonntag von Pastor Jörg Reimann, Lensahn