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Beratungsstelle des Kirchenkreises Ostholstein im Zentrum vom Eutin

Offene Ohren im Haus mit der blauen Tür

06.08.2018 | Eutin. Das Haus mit der blauen Tür ist ein Haus der Kirche. Der zweigeschossige Backsteinbau in der Schloßstraße 11 wurde im 18. Jahrhundert errichtet; 1993 zog dort die Psychologische Beratungsstelle des Kirchenkreises Ostholstein ein.

Blaue Tür - Beratungsstelle Schlossstraße 11 in Eutin
Blaue Tür - Beratungsstelle Schlossstraße 11 in Eutin

Durch die blaue Eingangstür sind seitdem schon sehr viele Menschen hindurch gegangen. Allein 2017 wurden 560 Anmeldungen verzeichnet: Alleinerziehende Mütter und Väter, Elternpaare, Familien in ihrer ganzen Vielfalt, von der Patchworkfamilie über Familien in Trennung und nach der Trennung. Häufig werden solche Eltern vom Jugendamt oder dem Gericht an die Beratungsstelle verwiesen.  

Paare mit und ohne Kinder kommen dort ebenso hin wie Jugendliche, die manchmal noch eine Freundin oder einen Freund als Verstärkung mitbringen. Es kommen Menschen jeden Alters, die in einer Krise stecken. Manchmal ist eine schlimme ärztliche Diagnose der Auslöser, ein anderes Mal ist es ein nahestehender Mensch, der erkrankt ist. Die 560 Anmeldungen stehen für rund 1000 Menschen, die jährlich die Unterstützung der Psychologischen Beratungsstelle suchen – weit mehr also als im Jahr 1993, als es gerade einmal 214 Anmeldungen gab.  

Die Menschen kommen, weil sie Hilfe benötigen. Und weil sie wissen, dass die sechs Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter (die meisten sind in Teilzeit beschäftigt) der Beratungsstelle an die Schweigepflicht gebunden sind. Diese Vertraulichkeit ist besonders auch Eltern wichtig, die manchmal bei der Erziehung ihrer Kinder ratlos und überfordert sind. Die Beratungsstelle ist somit auch Bestandteil der Jugendhilfe. Das bedeutet, die Eltern haben ein Recht auf Erziehungsberatung. 

Das Haus in der Schlossstraße ist zu einem Ort der Verlässlichkeit geworden, ein Ort, wo man sich Zeit nimmt und zuhört – manchmal sogar über mehrere Generationen hinweg. So sind die ersten Kinder, die einst das Spielzimmer der Beratung besuchten, inzwischen erwachsen und einige von ihnen selbst schon Eltern. Manche suchen an diesem Ort wieder  Unterstützung, dort, wo sie sich schon einmal angenommen und beachtet fühlten. So erleben die Berater im Erstgespräch oft sogar einen Moment der Gelöstheit. Dann geht es nicht nur um die Rahmenbedingungen wie Vertraulichkeit, Schweigepflicht, Dauer der Beratung oder das kostenfreie Angebot der Kirche zur Lebens- und Paarberatung, sondern auch um die Frage, ob die Klienten die Beratungsstelle schon einmal in Anspruch genommen haben. Nicht selten ist dann zu hören: „Ja, ich war schon mal hier, oben im Spielzimmer. Wie schön, dass es das noch gibt!“