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Synode des Ev.-Luth. Kirchenkreises Ostholstein

Synode im Zeichen der „Perspektive 2030“

09.06.2019 | Eutin. Der Kirchenkreis Ostholstein will bei der kommenden Synode Weichen für die Zukunft stellen. Im Mittelpunkt steht die „Perspektive 2030“. Mit ihr sollen der im Bereich der gesamten Nordkirche zu erwartende Rückgang bei der Zahl an Pastorinnen und Pastoren sowie die demographische Entwicklung in den Blick genommen werden.

Kirchenkreis-Synode im Dezember 2018
Kirchenkreis-Synode

 „Wir wollen jetzt notwendige Strukturanpassungen vornehmen, um die Zukunft selbst aktiv zu gestalten, statt den Entwicklungen hinterherzulaufen. Denn der Fachkräftemangel wird auch die Kirche nicht verschonen und alle Kirchenkreise treffen“, so der Oldenburger Propst Dirk Süssenbach. Gemeinsam mit dem Eutiner Propst Peter Barz wird er auf der Synode am Samstag, 15. Juni in der Eutiner Kreisverwaltung den vom Kirchenkreisrat vorgeschlagenen „Pfarrstellen Rahmenplan 2025“ vorstellen und einbringen.
Der Pfarrstellenplan sieht eine Reduzierung zwischen Fehmarn und Bad Schwartau bis zum Jahr 2025 um zunächst bis zu 13,5 Pfarrstellen vor. Statt 71,5 solcher sogenannten „Vollbeschäftigungseinheiten“ wird es dann voraussichtlich nur noch 58 im Kirchenkreis geben. Da nicht alle Pastorinnen und Pastoren in Vollzeit tätig sind, wird deren Gesamtzahl höher sein.
Der „Pfarrstellen Rahmenplan 2025“ bedarf der Zustimmung durch die 66 Synodalen und wurde rechtlich auf Grundlage des sogenannten „Personalförderungsgesetzes“ der Nordkirche vom 3. April 2019 entwickelt.
Die Nordkirche geht in ihren Berechnungen davon aus, das von den derzeit rund 1700 Pastorinnen und Pastoren zwischen Sylt und Usedom in der Dekade von 2020 bis 2030 rund 900 Geistliche aus dem aktiven Dienst ausscheiden-, aber nur rund 300 neue Geistliche ihren Dienst antreten werden – und dies trotz bereits verstärkter Bemühungen um Nachwuchs.
„Das Ganze ist ein schmerzhafter Prozess, der die Kirche jedoch nicht grundsätzlich in Frage stellen wird“, sagt Propst Peter Barz. „Nicht nur die Zahl der Pastorinnen und Pastoren wird sinken, sondern ebenso die Zahl der Gemeindeglieder. Wir wollen deshalb in den vielen Bereichen kirchlichen Lebens neue Wege und Strategien erproben, um als Kirche nicht nur nahe bei den Menschen zu bleiben, sondern um auch beweglicher zu werden – in den Strukturen, im Denken und im Fühlen“, so Barz.
In der Propstei Eutin hat sich in der Vergangenheit der Zusammenschluss mehrerer Kirchengemeinden zu Regionen bewährt, die erfolgreich Formen des Miteinanders entwickelt haben, etwa im Bereich der Jugendarbeit und der Kirchenmusik.
Den Kirchengemeinden der Propstei Oldenburg soll nun ebenfalls vorgeschlagen werden, Regionen zu bilden und zu schauen, wo eine Zusammenarbeit sinnvoll und möglich ist, um so dem zu erwartenden Rückgang bei den Pastorenzahlen etwas entgegenzusetzen.
„Wir setzen darauf, dass sich die Gemeindeglieder und die Kirchengemeinderäte konstruktiv mit ihren Ideen und Vorschlägen in diesen so wichtigen Prozess einbringen“, sagt Synodenpräses Dr. Peter Wendt. Vorgesehen seien mehrere Informationsveranstaltungen und Mitwirkungsforen, bevor die Synodalen dann auf der Haushaltssynode im Dezember Entscheidungen fällen.